Da langst du dir doch an den Kopf.
Die Meldung, dass Stuttgarts langjähriger Stammkeeper Sven Ulreich (26) als Ersatz von Pepe Reina zu den Bayern wechselt, kam heute doch extrem überraschend.
Mal davon abgesehen, dass man beim Ur-Stuttgarter Ulreich von keinen Abwanderungsgedanken wusste, fragt sich der gemeine VfB-Fan heute besonders, was die Bayern wohl ernsthaft in Ulreich sehen.
Der zweifellos sympathische Keeper war in den letzten Jahren eigentlich nie ein sicherer Rückhalt. Da er sich zumeist mit eigenen Problemen herumschlug, konnte er die kriselnde Defensive vor ihm kaum unterstützen. In der abgelaufenen Saison wurde er von Ex-Trainer Armin Veh dementsprechend auch für einige Spiele zugunsten von Thorsten Kirschbaum auf die Bank gesetzt. Besonders in der Kritik steht und stand Ulreich wegen seinen begrenzten fußballerischen Fähigkeiten, die sich vor allem bei Rückpässen oder Abstößen zeigten, welche „Ulle“ regelmäßig ins Seitenaus drosch. Angesichts seines neuen Arbeitgebers könnte man dementsprechend ketzerisch auch vom ‚Anti-Neuer‘ sprechen.

Während sich SPIEGEL ONLINE, ZEIT ONLINE & Co. fragen, warum Ulreich sich freiwillig mit nur 26 Jahren auf die Bank der Bayern setzt, wollen wir die beiden positiven Seiten dieses Transfers mal ganz klar hervorheben.
1.) Ulreich hat in den nächsten 3 Jahren – auch wenn nur als Bankwärmer – die Möglichkeit, nationale und internationale Titel zu gewinnen, mit Top-Spielern zu trainieren und die ein oder andere Bayern-Mark zu verdienen.
2.) Der VfB wird endlich zu einem langfristigen Torwartwechsel gezwungen, der schon lange überfällig ist.

Wenn man also so möchte eine „Win-Win-Situation“. Die einzigen Verlierer scheinen momentan die Bayern zu sein. Bei aller Sympathie möchte man sich nicht ausmalen, was bei einer Verletzung Neuers vor einem UEFA Champions League-Halbfinale o. Ä. passieren könnte. Ulreich hat nicht die Klasse, die Ruhe und die Erfahrung eines Pepe Reina!

Es bleibt die Frage, wer in der nächsten Saison beim VfB im Kasten steht. Ersatzkeeper Kirschbaum steht wohl ebenfalls vor einem Wechsel – zum 1.FC Nürnberg. Bleibt Jugend-Nationaltorhüter Odisseas Vlachodimos, dem aber offensichtlich ganz Leno-like beim VfB kein Stammplatz zugetraut wird. Die aussichtsreichsten und sehr erfahrenen Alternativen sind aktuell wohl Roman Weidenfeller und der Pole Przemyslaw Tyton (28, aktuell vom PSV Eindhoven an den spanischen Erstligisten FC Elche ausgeliehen).

Egal wer es im Endeffekt wird (wir hoffen ja ein wenig auf Vlachodimos) – kann der Verkauf von einem nicht überzeugenden Keeper für ganze 3,5 Millionen € (!!!) für den VfB Stuttgart 1893 e.V. nur als Glücksfall bezeichnet werden.

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